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Kulturreise Budapest 2011

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Kulturreise 2011

Budapest – Lichtblicke einer wechselvollen Geschichte

Ein Reisebericht von Pfr. Andreas Cabalzar

Unter diesem Titel stand die Kulturreise 2011 vom 15. bis 19. Juni nach Budapest.

Bei sommerlichen Temperaturen waren wir auf den Spuren einer wechselvollen, irritierenden und faszinierenden Geschichte.

Neben der Besichtigung der Schönheiten der Belle Epoque konfrontierten wir uns auch mit den Zeugnissen der Schrecken beider Totalitarismen der jüngsten Geschichte, dem Faschismus und dem Kommunismus. Unaufgearbeitete Geschichte und Korruption lähmen Politik und Wirtschaft bis in die Gegenwart hinein.

Bis 1944 kollaborierten die Ungaren mit den Nazis. Die Rote Armee, die 1944 die Nazis aus Ungarn vertrieb, brachte aber keine Freiheit, sondern neuen Schrecken, den Stalinismus. Ein Spitzelstaat folgte dem andern und beide Totalitarismen hinterliessen eine blutige Spur in der Geschichte. Bis heute sind die Archive mit den Akten der Staatssicherheit verschlossen. Nur unbedenkliche Akten wurden mit grossem Brimborium freigegeben, nach wie vor wissen die Ungarinnen und Ungaren nicht, wer was wem berichtet resp. wer wen bespitzelt hat. Eva Primus, unsere Reiseleiterin, merkte treffend an: “Ich weiss nur sicher, was ich gesagt resp. nicht gesagt habe.“ Das Gift des Misstrauens gärt unaufgearbeitet in der ungarischen Politik und Bevölkerung weiter.

Eindrückliche Mahnmale wie dasjenige der eisernen Schuhe am Donauufer erinnern an die 600‘000 getöteten Juden in Ungarn.

Budapests imposantes Parlament stellt eine beeindruckende, vom Feudalismus geprägte Machtdemonstration dar, unser Bundeshaus wirkt im Vergleich dazu bescheiden!

Der Architekt Eifel, der Erbauer des nach ihm benannten Turms in Paris, erbaute neben der Budapester Markthalle auch eine der schönen Donaubrücken. Budapests Brücken zeugen vom Aufbruchsgeist des Industrialismus und verbinden die beiden Städte Buda und Pest.

Auf der Budaerseite der Eifelbrücke liegt das Gelertbad. Es versetzt einen in eine längst vergangene Zeit, als die Türken während 200 Jahren Ungarn besetzt hielten und ihre Bäderkultur in der Stadt verankerten. Hohe, farbig gekachelte Räume, von Dampfschwaden durchzogen, mit verschieden warmen Becken laden zum Verweilen ein. Frauen unter Frauen, Männer unter Männern geniessen getrennt das warme Wasser. Männer jeglichen Alters sitzen oder stehen im Wasser, palavern, gestikulieren, dösen, verhandeln, geniessen.

Geniessen konnten wir auch die ungarische Küche. Wir hatten die Möglichkeit, mit einem lokalen Koch eine echtes ungarisches Gulasch zuzubereiten. Haben Sie gewusst, dass zu einem echten ungarischen Gulasch KEIN Gemüse gehört, ausgenommen ein unglaublicher Berg feinst gehackter Zwiebeln?

Bei einem Ausflug in die Puszta auf einen kleinen, idyllischen Bauernhof mit herzlichen Gastgebern konnten die Reiseteilnehmer ihre Reitkünste erproben und bei einem Hufeisenschiessen ihre Zielgenauigkeit beweisen – es machte Eindruck, dass diese Freizeitbeschäftigungen auf den Bauernhöfen der Puszta ebenso zum Alltag gehören wie auf Schweizer Bauernhof geschwungen und gehornnusst wird. Neben aller Folklore setzte sich das Engagement und der Mut der Bauern ins Gedächtnis, mit denen sie ihren Betrieb am Leben erhalten.

Am Samstagabend spielte der bekannter Sinti-Geiger Miklos Lakatos – immer wieder mit dem Tonhalle- und Opernhausorchester auftretend – auf einem eigens für uns reservierten Boot auf.

Köstlichkeiten der ungarischen Küche waren ein Gaumenschmaus, die Präsentation der Speisen auf Deck ein Augenschmaus. Im schönsten Lichte präsentierten sich Budapests Sehenswürdigkeiten, während wir im Boot an ihnen vorbeiglitten, Lakatos Musik im Ohr und die betörenden Düfte und Geschmäcker in Nase und Gaumen. Ein fulminanter Abschlussabend einer gelungenen Reise, bei der unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch, ja miteinander ins Nachdenken, Staunen, Tun und Geniessen kamen und sich mit der wechselvollen Geschichte Ungarns und des europäischen Kontinents auseinandersetzten. Ebenso wurden Pläne geschmiedet für die nächste Kulturreise an Auffahrt 2012. Reisen Sie das nächste Mal auch mit?

 
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